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Wie Marken auf Facebook Kommunizieren

Gefahr und Gewinn für Marken auf Facebook

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

Erster Teil: Warum Menschen Fans bei Facebook werden

Zweiter Teil: Die Regeln der Onlinekommunikation

 

Was die neue Kommunikationsformen für Marken bedeutet

Für Marken ist diese Erkenntnis elementar, da das bedeutet, dass die auf den entsprechenden Kommunikationsstrategien beruhenden Kampagnen für Zulauf sorgen, Likes die Bekanntheit steigern, die Reputation der Marke im Netz verbessern und damit letztendlich auch die Verkaufszahlen erhöhen.

Man könnte fast sagen, dass es sich um eine Art gegenseitige Abhängigkeit handelt: User, die sich im Offlineleben stark mit Marken identifizieren, brauchen deren Präsenz auch in der digitalen Welt um sich nach ihrem Geschmack zu kleiden und zu inszenieren. Allerdings lassen sich eben Schuhe oder ein Parfüm nicht in Bits und Bytes übertragen, es muss ein digitales Äquivalent gefunden werden.

Verfügen beispielsweise Zeitungsverlage per se schon über gute und informative Inhalte und liefern ihren Fans damit ihr Hauptprodukt gleich online, muss man für Consumer- und Lifestyleprodukte neue Wege erfinden. Allerdings steckt hinter dem „Liken“ der Inhalte der Zeitung das wahrscheinlich schon vorher erworbene Vertrauen der Leser in die Marke – dies sollte Online dann nicht enttäuscht werden. Und wer Offline keine Adidas-Schuhe mag, wird sich wohl kaum ausschließlich Online überzeugen lassen.

 

Wie man die richtigen Aktionen und Kampagnen konzipiert

Art der Aktion und das damit verbundene Engagement der Fans muss zur Marke passen und dem User nach Möglichkeit neben der Identifikation noch einen Mehrwert bieten – das kann manchmal auch einfach nur Spaß sein.

Und es ist für nahezu jede Marke anders, aus diesem Grund gibt es auch kein Patentrezept für funktionierende Kampagnen im sozialen Netz. Gleichwohl gibt es Möglichkeiten, die Fans für die Beteiligung zu motivieren, durch Belohnungen, Gewinnspiele oder Mitsprache.

So kann zum Beispiel die gewonnene Reise mit der „Pflicht“ verknüpft sein zu berichten, Fotos zu veröffentlichen oder durch ähnliche Maßnahmen ein Gewinnspiel sogar nach dessen Ende inhaltlich weiter auszuschöpfen.

Vor allem aber muss man immer bedenken, dass dieses Medium noch so jung ist, dass Marken, Agenturen und die User selber in Bezug auf Werbung und Kampagnen noch in der Lernphase sind. Wie sich unser aller Verhältnis zu Marken im Netz entwickeln wird, hängt nicht zuletzt vom Verständnis der User und der Dialogbereitschaft der Marken ab.

 

Beispiele für Kampagnen

Bei Aktivitäten im sozialen Netz ist zu bedenken: Social Media ist Dialog! Und hier können die oben beschriebenen fehlenden Elemente in der Kommunikation auch zu Fallstricken werden. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass nicht alle Kampagnen wunschgemäß verlaufen oder gesteuert werden können.

Die Aktion „Brigitte“ von Otto ist hierfür ein gutes  Beispiel. Aktuell zeigt die Facebook-Kampagne von Pril (Henkel), dass Engagement der User anders aussehen kann, als sich die Marke das wünscht. Hier besteht die Kunst darin, die Online-Fans mit der eigenen Reaktion nicht zu enttäuschen, aber in der Offlinewelt die Marke auch nicht zu beschädigen.

Im Falle von Otto war der Aufmerksamkeitsfaktor extrem hoch und dieser Aspekt hat die Macher überwogen den abseitigen Humor der User mitzutragen. Letztendlich eine gute Entscheidung, denn auch als Marke muss man über sich selbst lachen können und den Usern die Mitbestimmung geben, die sie sich wünschen.

 

Björn Braune

Die Regeln der Onlinekommunikation

Wie Marken in Social Media erfolgreich kommunizieren

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

Erster Teil: Warum Menschen Fans bei Facebook werden

 

Online Kommunikation folgt anderen Regeln

Wie in der Offlinewelt, so brauchen Menschen auch Online Orientierungspunkte – um so mehr, da bei der digitalen Kommunikation wesentliche Bestandteile der analogen Kommunikation abwesend sind: Die Gesten des Gegenübers fehlen, der Gang, die Stimme, der Geruch, der Tonfall der Stimme – und vieles mehr, das für eine funktionierende Kommunikation anderweitig ergänzt werden muss.

Ein Modell für die Offlinewelt ist das so genannte Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun, bei dem die Kommunikation in 4 Ebenen unterteilt wird. Die Botschaft besteht hier aus der Sachinformation, der Selbstkundgabe, dem Beziehungshinweis und dem Appell.

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig. Die Äußerung hat dabei vier Ebenen auf der Seite des Senders und trifft auf die “vier Ohren” des Empfängers. Sowohl Sender als auch Empfänger sind für die Qualität der Kommunikation verantwortlich, wobei die unmissverständliche Kommunikation der Idealfall ist und nicht die Regel. (Quelle Schulz von Thun)

 

Botschaften entschlüsseln

In der Offlinewelt „lesen“ wir große Teile der Botschaften unseres Gegenübers durch die oben erwähnten Zusatzinformationen wie Gesten und anderes. Online müssen diese Dinge in der Kommunikation ergänzt werden – Beispiel hierfür sind Emoticons wie Smileys oder andere kleine Bildchen, aber vor allem bei Unklarheiten direktes Nachfragen und insgesamt das Senden von ausführlichen, klaren Botschaften.

Bezogen auf die Markenkommunikation im Sozialen Netz bedeutet das zweierlei: Die Marke muss sich in der Kommunikation wie eine Person verhalten, ansprechbar sein und mit einem Verhalten reagieren, dass zu ihr passt. Gleichzeitig sind die fehlenden Elemente in der Online-Kommunikation auszugleichen und mit dem passenden Äquivalent auszufüllen.

Update: Als Erfinder der Emoticons gilt der Informatikprofessor Scott E. Fahlman, der den Vorschlag 1982 in einem Buletin Board postete.

 

Einfühlungsvermögen

Die Liste der Möglichkeiten ist lang und es würde zu viel Raum einnehmen alles aufzuzählen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass man sich immer wieder in die Lage des Users – in dem Fall Kunde oder Käufer – versetzen sollte. Das Überprüfen von Dingen, die einem selbst unmissverständlich erscheinen hat oberste Priorität – schnell sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Einfühlungsvermögen ist hier die wichtigste Eigenschaft! In der direkten Kommunikation auf der Pinnwand kann das bedeuten, dass man sich für Antworten im Zweifelsfall immer mit einem Kollegen abspricht. In der Entwicklung von besonderen und ausgefallenen Kampagnen sollten vor deren Start immer Test-User die Idee und deren Funktionalität beurteilen.

 

Geschichten erzählen

Ein wenig anders verhält es sich bei Kampagnen, die eine komplette Geschichte erzählen – so wie es Hornbach mit dem grenzenlosen Haus auf Facebook vorgemacht hat.

Website mit Kurzfilm: Das Grenzenlose Haus

Hier treten die Charaktere des Films als Personen auf und können als eben solche Kommunizieren – im Sinne der Marke natürlich. Das vereinfacht einiges, bietet spannende Möglichkeiten der Interaktion, ändert aber nichts an dem unbedingt notwendigen Einfühlungsvermögen – eher das Gegenteil ist der Fall.

 

Hier weiterlesen: Wie Marken erfolgreich auf Facebook kommunizieren

 

Björn Braune

Warum Menschen Fans bei Facebook werden

Markenkommunikation in sozialen Netzwerken

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

 

Facebook-Fans

Das erklärte Ziel von Marken-Facebookpages besteht darin, mehr Fans für die Seite zu gewinnen, da diese zur Verbreitung der Inhalte und damit zur Erhöhung der Bekanntheit, der Produktverkäufe und des Traffics auf der eigenen Website beitragen. Fans und die Interaktion mit ihnen sind damit Basis und Sinn jeder Facebook-Page.

Ihr Nutzen für die Marken besteht vor allem darin, dass die auf der Facebookpage geposteten Artikel im Newsstream jedes einzelnen Fans erscheinen. Empfehlungen, also Likes, und Kommentare sehen dann wieder deren Freunde und so weiter.

Das Zauberwort an dieser Stelle heisst Hyperdistribution, allerdings bezieht sich dieser Begriff hauptsächlich auf Seiten von Tageszeitungen – Inhalte so weit wie möglich reisen lassen – doch im Sozialen Web profitieren alle Marken vom „Reisen“ ihrer Inhalte.

Die wichtigsten Gründe Fan einer Seite zu werden:

1. Hochwertige Qualität der Inhalte (Unterhaltung, Information oder beides)

2. Benefit – Fans bekommen etwas umsonst für ihre Loyalität (Tickets, Punkte o.Ä.)

3. Mit der Marke interagieren und informiert bleiben

(Siehe hierzu den Artikel auf Mashable aus dem September 2010 – die Zahlen dürften nicht mehr ganz aktuell sein, die Tendenzen sind jedoch nach wie vor ähnlich – auch wenn es sich um eine amerikanische Studie handelt.)

 

Warum Menschen Fan werden

Ein anderer Grund Fan einer Marke zu werden, ist die Profilierung: Wie in der Realität, so definieren sich auch im Netz Menschen über Marken. Wer gerne Adidas-Sneaker trägt, kann das im Social Network natürlich nicht tun, aber durch das „Fan sein“ seinen Freunden zeigen, welcher Style bevorzugt getragen beziehungsweise gelebt wird. Man könnte sagen, dass auf Facebook die Markenpages auch eine Art virtueller Kleiderschrank sind.

Wobei sich das Ganze im Netz nicht nur auf Kleidung begrenzt, sondern alles einschließt, was dem Ausschmücken des Profils dient: Die Inszenierung des Ich im Netz braucht andere Hilfsmittel als in der analogen Welt, aber hat dafür alle Möglichkeiten der Vernetzung und des Teilens.

Ist zum Beispiel mein Lieblings-Make-up auch Online präsent und erlaubt mir im Netz die Verschönerung meines Profilfotos mit einem Onlinetool, so bekomme ich einen Mehrwert für meine Inszenierung und behalte die Marke auch Offline in guter Erinnerung.

 

Menschen begegnen

Ich zeige also mit meiner Fan-Zugehörigkeit und den geposteten Dingen, wie ich in der realen Welt bin, meine Likes und Dislikes machen mich als Mensch greifbar, die Konturen meines Profils werden geschärft. Außerdem können mich dann auch andere Menschen darüber einordnen: Haben wir Gemeinsamkeiten? Hören wir ähnliche Musik, mögen die gleichen Filme, lesen die gleichen News und gehen auf die selben Partys? Vielleicht haben wir uns etwas zu sagen, könnten Freunde werden, Meinungen, Musik oder noch mehr austauschen…

 

Hier weiterlesen: Die Regeln der Onlinekommunikation für Marken

 

Björn Braune

Social Media Micro Payment

Gastbeitrag von Björn Braune

Vor kurzem habe ich auf Medienradio.org die Sendung MR032 über Flattr gehört, nach der bei mir eine Gedankenkette zu Online-Zahlungen, Micropayments und dem Facebook-Like-Button angestossen wurde. Um diese Gedanken zu teilen und nachvollziehbar zu machen, muss ich allerdings zuerst ein paar Dinge erklären.

Bei Interesse am Thema empfehle ich auch den Podcast MR032 von Medienradio.org, der zwar mit ca. zwei Stunden etwas länger, aber trotzdem sehr empfehlenswert ist. (Klick auf das Logo startet den Download als MP3)

Was ist Flattr

Ich will versuchen, erst einmal das Prinzip von Flattr so einfach wie möglich zu erklären, weiterführende Informationen findet man auch auf der Website von Flattr.

(Flattr-Logo)

Flattr ist ein Dienst, der es mir ermöglicht anderen Websites für Ihre Inhalte mit nur einem Klick auf einen Button Geld zukommen zu lassen. So wie ich bei Facebook mit dem Likebutton meine Wertschätzung anderen gegenüber ausdücken kann, erlaubt mir der Flatttr-Button einer entsprechenden Website meine Wertschätzung in Form von einem kleinen Geldbetrag zukommen zu lassen.

(Flattr-Button)

Voraussetzung ist, dass der Betreiber der Website und ich selber Mitglied bei Flattr sind.

Meine Mitgliedschaft besteht darin, dass ich vorher einen festgelegten Geldbetrag bei Flattr hinterlege, also ein Konto eröffne, dass nicht überzogen werden kann.

Die Mitgliedschaft des Websitebetreibers besteht darin, dass ebenfalls ein Konto eröffnet wird, bei dem die eingehenden Klicks über den Button (der selbstverständlich gut sichtbar auf der Seite implementiert werden muss) gezählt werden.

Im Verlauf eines Monats werden alle Klicks gezählt, die ich auf den entsprechenden Websites tätige. Am Monatsende wird der von mir vorher eingezahlte Betrag durch alle Klicks geteilt und nach Abzug einer Provision für Flattr an die entsprechenden Websitebetreiber zu gleichen Teilen weitergereicht.

Beispiel

Habe ich 5 Euro bei Flattr eingezahlt und bei fünf unterschiedlichen Websites auf den Flattr-Button geklickt, ist jeder Klick, nach Abzug der Provision, ungefähr 90 Cent wert (Die Höhe der Provision beträgt meiner Meinung nach 10%, genaueres ist aber sicher bei Flattr zu erfahren.). Habe ich auf mehr als fünf Seiten den Flattr-Button geklickt, werden meine 5 Euro dementsprechend geteilt und der Betrag für jede angeklickte Website wird geringer.

Die Vorteile

Ich kann Websitenbetreibern und Bloggern generell oder für einzelne Beiträge meine finanzielle Unterstützung zukommen lassen.

Ich muss mir keine Sorgen machen, dass der vorher von mir eingezahlte und festgelegte Betrag überschritten wird.

Ich behalte die volle Kontrolle, denn es handelt sich nicht um ein Abo-Modell oder andere vertragliche Verpflichtungen regelmäßig zu bezahlen.

Die Teilnahme an Flattr ist vollkommen freiwillig, die Beiträge und Inhalte auf den entsprechenden Websites bleiben trotzdem frei zugänglich.

Was bedeutet das

Flattr bietet also die Möglichkeit Blogger und Websitenbetreiber sehr einfach für ihr Engagement finanziell zu unterstützen. Das Erfreuliche daran ist, dass es von Nutzern wie Websitebetreibern gut angenommen wird und damit, bisher zwar nur relativ kleine, aber doch nicht zu verachtende Einkünfte erzielt werden.

Das beweist

Nutzer sind durchaus bereit für Inhalte Geld zu bezahlen. Je einfacher und transparenter der Bezahlmechanismus dabei gehalten ist, desto besser. Das es sich dabei um freiwillige Spenden handelt, ist sicherlich auch nicht zu unterschätzen. Die Kampf-Argumente von Verlagen und Musiklabels der “Gratiskultur“, “Inhaltediebstahl“ und andere, verlieren an Bedeutung, vielmehr muss man sich damit beschäftigen, für welche Inhalte und unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind zu bezahlen.

Generell nicht neu, aber die Folgen

Nun ist das Thema im Podcast bei Medienradio ausführlich besprochen worden und war auch schon vorher nicht mehr neu, aber die Folgen, die sich daraus vielleicht ergeben, könnten revolutionär sein. Denn wenn dieser Mechanismus sich durchsetzt, wird Facebook, das schon seit längerem seine Credits stärker als Zahlungsmittel etablieren will, das Prinzip wahrscheinlich übernehmen. In dieser Woche erschienen zum Thema Facebook Credits, PayPal und Micropayments einige Artikel, die zeigen, das hier Bewegung in den Markt kommt.

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Die Zukunft

Da die vorangegangenen Ausführungen für ein Grundverständnis des Themas notwendig waren, beginnt eigentlich erst an dieser Stelle meine Gedankenkette zu Social Media Micropayments.

Wenn man sich vorstellt, dass nach dem Prinzip von Flatter über den Facebook-Like-Button Micropayments möglich wären, ergeben sich daraus vollkommen neue Erlösmöglichkeiten. Nicht nur für Blogger, sondern für alle Anbieter von Inhalten im Netz. Ein gewisses Maß an Freiwilligkeit wird unabdingbar bleiben und auch Sicherheitstechnisch sind viele Fragen zu lösen, doch Grundsätzlich ließen sich auf diesem Wege Klicks direkt monetarisieren. Natürlich nur, wenn Nutzer den Wert eines Inhaltes auch als solchen anerkennen und die Transaktionsmöglichkeit denkbar einfach und transparent ist.

Die Tatsache, dass ich als Facebookmitglied durch Facebook Connect und andere Widgets auch direkt sehen kann, welcher Inhalt von meinen Freunden gemocht (“geliked“) wird, unterstützt den Mechanismus noch zusätzlich. Auch kann man davon ausgehen, dass, wenn Facebook eine Funktion dieser Art anbieten würde, bei einer Mitgliederzahl von über 500 Millionen der Einfluss auf das gesamte Web enorm wäre. Es könnte eine neue Währung, eine Webwährung daraus hervorgehen, die sich zu einem weltweiten Standard entwickelt.

Die mobile Zukunft

Im Zuge der rasanten Entwicklungen des mobilen Internets, wäre nun das folgende Szenario durchaus vorstellbar:

Ich höre gerne Musik, und zwar ganz unterschiedliche Interpreten. Da ich gerne einen ununterbrochenen Stream an Musik möchte, ohne Nachrichten oder andere Unterbrechungen, werde ich Mitglied bei einem Musikdienst (Last.fm oder Soundcloud), der mir diese Musik liefert. Bisher kostet mich das Ganze nichts, ich wäre aber durchaus bereit für Songs die mir gefallen nach dem Flattr- oder Like-Prinzip für einzelne Songs über einen Button den Betreibern und Musikern Geld zukommen zu lassen. Dabei brauche ich Musik nicht mehr auf meinem Rechner oder meinem mobilen Endgerät zu speichern, da ich – was auch immer ich wünsche – durch das mobile Netz immer Zugriff habe.

(Ein aktueller Beitrag zu Streaming findet sich auf Basic Thinking Blog)

Ähnliches gilt für alle anderen Daten, die sich “in der Cloud“, also im Netz befinden und nicht mehr auf meinem Rechner oder Endgerät gespeichert sein müssen. Als besonders gutes Beispiel bietet sich Youtube an, das mit ca. 2 Milliarden Aufrufen täglich den entsprechenden Traffic und  mit Inhalten durch Like-Klicks Geld generieren könnte. Denkbar ist das aber auch für alle anderen Inhalte, nicht zuletzt Zeitungen, Radiosender, Buchverlage oder andere Dienste, die ich als User, pro einzelner Transaktion und dem wirklichen Wert und Nutzen für mich, entlohnen könnte.

Transaktionsbasierte Zahlungen statt pauschal

Worum es mir hier eigentlich geht, ist das Modell von transaktionsbasierten Zahlungen. Verglichen mit der GEZ beispielsweise, bei der ich eine Pauschale bezahle und keinen Einfluss darauf habe, wo genau mein Geld landet, ist es mir auf die oben beschriebene Art möglich, mein Geld dorthin zu schicken, wo ich es als gut aufgehoben ansehe. Und nicht pauschal für ein Magazin, Radiosender oder eine Zeitung, sondern für DEN einen bestimmten Artikel, DAS eine Musikstück, DIESEN Radiobericht.

Mobile Micro Payments

Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, bietet sich hier ein Beispiel an:

Coca-Cola hat in diesem Jahr gemeinsam mit Facebook ein Projekt umgesetzt, dass sich Coca-Cola-Village nannte (Meines Wissens nach in Israel, bin mir aber nicht sicher). Hier konnten Jugendliche einen dreitägigen Sommer-Kurzurlaub verbringen, süße Brause schlürfen und an allen möglichen Aktivitäten teilnehmen. Das Besondere: Am Eingang der entsprechenden Aktivitäten stand ein Facebook-Like-Button, allerdings aus Pappe. Hinter diesem verbarg sich ein Lesegerät, dass einen RFID- Chip, den die Teilnehmer am Handgelenk trugen, auslesen konnte und direkt auf dem Profil der Teilnehmer die Like-Meldung gepostet hat (Hier das Video zu der Aktion).

Wenn man sich klar macht, dass wir mittlerweile nahezu alle über ein Mobiltelefon verfügen, dass Smartphones und mobiles Internet beständig wachsen und das die Bedeutung von Micropayments zunehmen wird, ist man ganz schnell bei dem Szenario, dass wir in Zukunft, vielleicht über Facebook-Like, Online und Offline Zahlungen auf einfachste Weise abwickeln könnten, dass transaktionsbasierte Zahlungen Alltag werden und das mobile Endgeräte unsere bisherigen Zahlungsmittel ersetzen.

Natürlich gibt es da eine Menge offener Fragen, nicht zuletzt, ob so etwas überhaupt von Usern angenommen werden würde oder auch wie alle Sicherheits- und Datenschutzrechtlichen Fragen gelöst werden. Tatsache ist aber, dass wir uns technisch gesehen auf einem Weg befinden, der Zahlungen dieser Art im Grunde schon jetzt ermöglicht.

UPDATE: Hier noch zwei Artikel, die zum Thema passen, Nummer 1 zu einem Startup, dass Bezahlen mit Smartphones möglich machen will, der andere Artikel ist ein kurzer Bericht von Techcrunch zu Flattr. Und noch ein Artikel zu Micropayments, diesmal in Bezug auf Paypal vom Netzökonom bei FAZ-Net.

Fazit

Es wird immer kostenlose Inhalte im Netz geben, doch die Bereitschaft von Menschen die Urheber dafür zu bezahlen, wird wachsen.

Wenn die Möglichkeit meine Wertschätzung auszudrücken – auch in Form von Geld – so simpel ist wie Flattr oder Facebook-Like, wird sich dieser Bereich enorm entwickeln. Man denke nur an die Gelder, die bereits jetzt mit Spenden umgesetzt werden – und diese sind auch immer einem bestimmten Zweck zugeordnet, wie auch die Buttons im Netz.

Wie genau und ob sich dieser “Tauschhandel“ über Like-Buttons langfristig etablieren wird, bleibt vorerst offen, doch sind spannende Fragen und Entwicklungen angestossen.

In der nahen Zukunft müssen sich vor allem große Medienunternehmen darüber Gedanken machen, wie sie Usern die Möglichkeit bieten können, freiwillig Inhalte zu bezahlen, anstatt Menschen in Prozessen unangemessen für Inhaltediebstahl zu bestrafen. Schließlich hat es diese Industrie selber versäumt, entsprechende Mechanismen anzubieten. Wenn die Gelder irgendwann direkt an jene fliessen, die Urheber der einzelnen Produkte sind, wird dieser Industrie langfristig sowieso die Grundlage entzogen, deswegen ist ein Umdenken dringend notwendig.

Wie es weitergeht bleibt nach wie vor spannend und sicher weist meine Gedankenkette einige Lücken und Schwachstellen auf, aber für Ergänzungen oder Gegenmeinungen bietet sich ja die Kommentarfunktion an. In diesem Sinne ein frohes Wochenende!

BB

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FALSCHER WEG VON ZU GUTTENBERG

Stephanie zu Guttenberg hat ein Herz für Kinder, besonders die missbrauchten und deshalb macht sie bei einer Sendung von RTL 2 mit, die den klangvollen Namen “Tatort Internet” trägt. Die gute Frau ist sich offensichtlich nicht im Klaren darüber, dass auf RTL 2 regelmäßig zwielichtige Sex-Reports laufen – also genau der richtige Sender für ein Thema wie dieses. Noch erbärmlicher ist aber, dass ein wichtiges und heikles Thema derart instrumentalisiert wird. Netzpolitik hat noch ein paar interessante Details und bei DWDL.de ein längerer Artikel zum Thema.

SOCIAL REVOLUTION

In der Sueddeutschen ist am 05.10.2010 ein Artikel erschienen, wie sich in Amerika Malcom Gladwell und Clay Shirky darüber streiten, welchen politischen Einfluss twitter, Facebook und Co. wirklich haben. Interessant dabei ist nicht nur die Frage, ob beispielsweise der Protest im Iran durch die Sozialen Netzwerke gefördert wurden, oder die Proteste unabhängig davon waren, sondern dass die Diskussion in Amerika einen anderen Grundton hat als es in Deutschland der Fall wäre. Mehr dazu im Artikel…

GOOGLE FACE TV

Google bastelt weiter fleissig an seiner TV-Plattform, integriert die unterschiedlichen Mediendienste und sogar twitter bekommt eine eigne App – aber Facebook geht leer aus. Martin Weigert beleuchtet das Ganze in einem ausführlichen Artikel bei Netzwertig.

FACE A PLACE

Facebook Orte startet jetzt auch offiziell in Deutschland und der Schweiz. Erfreulicherweise ist es diesmal Opt In, das heisst die Nutzer müssen den Dienst erst einschalten. Bisher hatte Facebook ja immer einen Neuerung eingeschaltet und der User musste sie deaktivieren… Ausführliche Artikel dazu bei Netzwertig, Neunetz und Basic Thinking Blog.

FACE ALTERNATIVES

Ist das kürzlich programmierte Open Source Netzwerk DIASPORA eine Alternative zu Facebook? Kann es das sein? Bei Social Marketing, SEO Blues & Rock´n´Roll gib es einen Artikel dazu. Allerdings ist mit der Öffnung von Facebook (Siehe Artikel HIER) die Chance für eine ernstzunehmende Konkurrenz geschrumpft.

SOCIAL MONEY

Es tobt ein Kulturkampf um das Geld – Verlage versuchen in Deutschland mit Leistungsschutzrecht und ähnlichem ihr Geschäftsmodell zu retten, das vom Aussterben bedroht ist. Bei DRadio Wissen diskutieren Ulrike Langer von Media Digital, Robin Meyer-Lucht von Carta, Marcel Weiss von Neunetz und Markus Heidemeier von DRadio Netzreporter über die Auswirkungen und Folgen.

Dazu passt auch der Artikel von Marcel Weiss über knappe Güter.

BUNDES STREET VIEW

Wer sich über Google Streetview aufregt, sollte sich fragen was schlimmer ist: Das Foto der eigenen Hausfassade im Netz, oder die eigene Adresse samt allen Daten in der Hand von professionellen Datenhändlern. Gut, eine rein rhetorische Frage, doch wohl schon länger Realität, denn die Meldestellen in Deutschland verkaufen die Adressen der bei ihnen gemeldeten Personen. Also die Daten der Bürger. Unsere persönlichen Daten. Wer jetzt noch mein Google wäre böse und unser Staat beschützt uns vor Datendieben, dem ist nicht mehr zu helfen. (Via Golem)

TWITTERAMA DRAMA

Kaum hat der Intendant vom MDR einen Twitteraccount, schickt er auch prompt den ersten peinlichen tweet raus. Kurze Zeit später entschuldigt er sich. Hoppla, die neuen Medien noch nicht so ganz verstanden Herr Intendant? Nun ja, man sollte jemanden nicht auf Grund einzelner Fehler bewerten, sondern auf Grund ihrer Summe. In diesem Sinne sind wir in freudiger Erwartung der PR-Desaster die da noch kommen mögen – natürlich nicht nur vom MDR-Intendanten.

LET THE MUSIC PLAY

Die eigene Musik in einer Petrischale züchten… wie soll das gehen? Mit Seaquencer, denn da kann man kleine Soundschnipsel wie Lebewesen in eine Petrischale packen und miteinander Musik machen lassen. Sehr schöne Idee, unbedingt ausprobieren oder das Demovideo anschauen. Jetzt müssen die Macher es nur noch hinbekommen, dass sich die Musiktierchen von selber vermehren… (Via Nerdcore)

HELP FROM MY FRIENDS

Ein Obdachloser spielt gnadenlos genial mit zwei Kermitpuppen den Song Under Pressure – wenn ich könnte, würde ich von hier aus was in seinen Hut werfen! (Via Nerdcore)

DAS VORLETZTE

Hurra, endlich kann ein Algorithmus bestimmen welchem Schriftsteller mein Schreibstil gleicht – die FAZ macht es möglich. Einfach Text in die Box kopieren und sich über das Ergebnis freuen – oder ärgern. Direkter Test mit unterschiedlichen Texten ergab: Sigmund Freud (Blogeintrag zum WeTab), Sibylle Berg (eigener Prosatext) und Ingo Habichnochniegehört. Viel Spaß!

DAS LETZTE

Ich war ja noch nie ein Freund von Schach, aber dieses Schachspiel kann man sich wortwörtlich in den A….. schieben, denn es besteht aus lauter Dildos. Ja genau, ein Schachspiel, dessen Figuren Dildos sind. Der Engländer würde sagen: A fucking good game! Oder so ähnlich. Nun ja, wer es mag der wird bei dem Anblick sicher schach werden, äh, schwach werden… (Via Nerdcore)

DAS ALLERHINTEROBERLETZTE

Die Nahrungsmittelindustrie ist ja für ihre Schweinereien bekannt, aber wie das aussieht, wo dann später Chicken Nuggets und andere Sachen draus gemacht werden… brrrrr. Half processed chicken heisst das, was bedeutet, dass ein komplettes Huhn einfach durch ein Sieb gepresst wird – ok, ohne Federn, aber ansonsten ist alles mit dabei. Hinterher chemisch behandelt, gefärbt, gepresst und und und… gibt´s natürlich nur in Amerika, ist ja klar… (Via Nerdcore)

Schönes Wochenende!

Neue Facebook Features

Gestern hat Facebook in einer Pressekonferenz einige Neuerungen vorgestellt. Hier eine Kurzvorstellung mit den Links zu entsprechenden Beiträgen im Netz.

FACEBOOK DATEN

Als User kann man in Zukunft all seine Daten inklusive Fotos, Videos, Status Updates, Freundeslisten, Kommentare, Notizen, etc. herunter laden – die wohl wichtigste Neuerung und Öffnung von Facebook. Damit bekommt man als User einen Großteil der Kontrolle über die eigenen Daten in Form eine Zipdatei zurück. Denkbar ist damit auch - wie Marcel Weiss bei Neunetz beschreibt – eine leichtere Transfermöglichkeit der eigenen Daten von Plattform zu Plattform. Sein Fazit zu dieser Neuerung:

Insgesamt ist das ein sehr spannender Schritt von Facebook, der noch einmal unterstreicht, dass Mark Zuckerberg es wohl ernst meinte, als er in einem Interview vor längerer Zeit sagte, dass er Facebook zum offensten Social Network der Welt machen will. Mit allen verfügbaren APIs und nun der Download-Möglichkeit dürfte er das bereits erreicht haben. Auch die dezentralen Facebook-Alternativen bieten nicht mehr Offenheit an.

(Marcel Weiss, Neunetz.com)

Einen weiteren Artikel mit einem Video von Facebook gibt es bei Mashable.

FACEBOOK GROUPS

In der gestrigen Pressekonferenz wurde ebenfalls das neue Feature Groups vorgestellt. Diese Gruppenfunktion erlaubt es Usern Gruppen zu erstellen, die öffentlich, halböffentlich (mit Anmeldung) oder unsichtbar sind.

Das wird weitreichende Konsequenzen für andere für andere Firmen haben – so berichtet Martin Weigert bei Netzwertig über Webunternehmen, denen diese Neuerungen Kopfschmerzen bereiten wird.

Das damit ganz neue Möglichkeiten für soziales Netzwerken geschaffen wird, ist unbestritten, die andere Frage ist natürlich, wie und ob diese dann letztendlich auch genutzt werden. Das frag sich zumindest Peter Sennhauser auf Netzwertig.

Marcel Weiss von Neunetz hingegen fühl sich ein wenig an Google Wave erinnert und sieht in der Neuerung ein Killerfeature, da unter anderem, die Listenfunktion – die weiterhin erhalten bleibt – keine wirkliche Verwaltung von Gruppen zugelassen hat und der neue Dienst weitreichende Möglichkeiten eröffnet – zum Beispiel durch die Möglichkeit, Dokumente zu teilen. Sein Fazit:

Alles in allem haben die neuen Gruppen das Potential zum Killerfeature. Sie geben realen sozialen Gefügen die Möglichkeit, sich auf Facebook zu manifestieren. Die Kommunikationsmöglichkeiten auf Facebook sind damit enorm gestiegen.

Vor allem die Integration in den Open Graph und die APIs geben den neuen Facebook-Gruppen enormes Potential. Wir werden in nächster Zeit sicher einige interessante Ansätze von Drittanbietern sehen, die auf die Gruppendaten aufsetzen werden.

(Marcel  Weiss, Neunetz.com)

Ein weiterer Artikel findet sich bei Mashable mit einem Kurzinterview von Mark Zuckerberg.

Inside Facebook bietet einen umfassenden Artikel mit Screenshots darüber, wie sich Groups in andere Core Apps integriert.

Marek Hoffmann von Basic Thinking Blog berichtet ebenfalls über Groups mit Überlegungen, weshalb sich auch die Werbetreibenden freuen dürfen. Sein Fazit fällt nicht ganz so positiv aus:

Mit der neuen Gruppen-Funktion läutet Facebook für sich selbst ein neues Zeitalter ein, indem es seine “Seele verkauft”. Damit meine ich, dass der ursprüngliche Gedanke einer totalen und freien Vernetzung aller Mitglieder untereinander in Ansätzen verloren geht. Und dieses Konzept hat Facebook doch zunächst erst so interessant und dann so erfolgreich gemacht, oder nicht?

(Marek Hoffnamnn, Basic Thinking Blog)

Carsten Drees von Zweipunktnull hat das Ganze direkt selber ausprobiert und dokumentiert.

Eine Zusammenfassung beider Neuerungen samt Screenshots und Videos der Pressekonferenz findet sich bei t3n.

Insgesamt darf man gespannt sein, welche Reaktionen diese Neuerungen bei den Facebook-Usern auslösen und wie die neuen Möglichkeiten genutzt werden.

WeTab Desaster

Wieder einmal leistet sich ein Unternehmen im Netz einen groben Schnitzer – diesmal der Chef der WeTab GmbH, von dem man eigentlich annehmen sollte, dass er sich mit Social Media auskennt…

Der Geschäftsführer der WeTab GmbH, Helmut Hoffer von Ankershoffen, lässt sein Amt bis auf weiteres ruhen, da gefälschte positive Rezensionen zum noch nicht erschienenen WeTab bei Amazon unter seinem und dem Namen seiner Frau aufgetaucht sind.

Entdeckt und ausführlich beschrieben wurde es bereits am 2. Oktober im Gutjahr´s – Blog, ein weiterer Artikel mit der Stellungnahme des Geschäftsführers erschien am 4. Oktober. Medien wie Spiegel Online (Artikel 1 und 2) und Zeit Online haben das Thema aufgegriffen und das PR-Desaster damit perfekt gemacht.

UPDATE: Wie herkömmliche Medien mit Blogger-Enthüllungen dieser Art umgehen, lässt sich sehr schön auf medialdigital.de lesen. Dort hat Ulrike Langer das bei unterschiedlichen Medien dokumentiert und kommentiert. Sehr lesenswert!  (Via JakBlog)

Fake-Rezensionen bei Amazon sind nun nichts neues, ob Konkurrenzprodukte negativ bewertet werden oder das eigene Produkt über den grünen Klee gelobt wird – beides gängige, wenn auch nicht empfehlenswerte Praxis.

Besonders daran ist eher die Tatsache, dass jemand, von dem man eigentlich erwarten könnte Social Media und die damit verbundenen Fallstricke besser zu kennen, einen Fehler dieser Art begeht.

Erstaunlich ist auch, dass Hoffer von Ankershoffen laut seiner Stellungnahme die Rezensionen ohne interne Abstimmungen vorgenommen hat:

“Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen.(…)“ (Via Gutjahr´s Blog)

An diesem Verhalten wird deutlich, dass sich sogar in Firmen, die Webaffin zu sein scheinen und entsprechende Produkte produzieren, die Kenntnis über die Mechaniken Social Media in Grenzen halten. Eine schnell und unbedacht verfasste Rezension wird so zur Katastrophe für den Marktstart eines Produktes, dass sowieso schon in der Kritik stand.

Unternehmen, die weniger mit dem Netz und Social Media vertraut sind, fürchten genau diese Szenarien für sich und ihre Produkte. Dabei ist es doch relativ einfach – wenn es schon eine Kommunikationsabteilung in der Firma gibt, dann sollte diese auch die entsprechenden Maßnahmen – wie auch immer die geartet sind – vornehmen, und nicht der Geschäftsführer selber. Das schützt zwar noch nicht vor Fehlern, aber interne Strukturen und klare Verantwortlichkeiten bieten in so einem Fall eine gewisse Absicherung.

Noch besser wäre es, damit einen Menschen zu betrauen, der sich in der Welt von Social Media besser auskennt und auch die technische Seite beherrscht, denn Social Media sollte man “nicht so eben nebenbei” machen.

Der Verantwortliche für die Social Media Strategie würde sicher auch darauf hinweisen, dass gefälschte Rezensionen und Kommentare nicht der Weg sind, den man beschreiten sollte. Denn mit ähnlichen Aktionen ist das WeTab schon einmal aufgefallen, wie ein Kommentar zu dem Artikel in Gutjahr´s Blog zeigt:

Man könnte nun natürlich auch mutmaßen, dass das Teil einer PR-Strategie ist, getreu dem Motto: Lieber schlechte Presse als gar keine. Aber in diesem Fall wird das bereits beschädigte Ansehen eines Produktes noch weiter ruiniert und der Kaufanreiz in keiner Weise unterstützt.

Dieser Vorfall zeigt, dass es offensichtlich immer noch großen Nachholbedarf für den Bereich Social Media bei allen Firmen gibt. Eine sinnvolle Beratung und Betreuung ist allemal besser und letztendlich Kostengünstiger, als ungeplante Guerilla-Aktionen dieser Art.

Freitags Links Abbiegen

THE RISE OF COLLABORATIVE JOURNALISM

Sehr lesenswerter Artikel von Merceses Bunz zum Medienwandel, bzw. Veränderung des Journalismus in Zeiten von Social Media – vor allem Journalisten sollten diesen Artikel lesen! Dazu passt auch das Interview mit ihr in der Sueddeutschen, geführt von W&V.

MEDIA JOURNALISM

Zum vorigen Thema passen die beiden Artikel von Stefan Niggemeier, die das Problem des Medienwandels auf ihre ganz eigene ARt und Weise verdeutlichen, Falsch Freunde und Mit Googles Riesenfröschen durch Raum und Zeit.

Ebenfalls lesenswert ist der Artikel über Hyperdistribution bei Netzwertig und vor allem, dass neuerdings Zeitungen Prüfungsthema an Schulen werden soll – die Nationale Initiative Printmedien ist jedenfalls der Meinung. Anders sehen das Netzpolitik, Neunetz und CARTA – aber sicher auch einige Andere.

Weiter verfolgen sollte man auch die Entwicklung zum Depublizieren und der Kampf dagegen. Ein Artikel dazu findet sich auf Netzpolitk.

GEHEIM UND DIENST

Die EU gründet einen Geheimdienst – dabei weiß immer noch niemand genau, wofür das Europäische Außenministerium ist und was für Aufgaben es eigentlich hat. Gefunden auf Fefes Blog, der Link zum Artikel führt zur Wirtschaftswoche.

PANNEN AUSWEIS

Der neue elektronische Personalausweis scheint eine Panne auf ganzer Linie zu sein. Liest man die Ausführungen des Chaos Computer Club, Basic Thinking Blog, Netzpolitik und Fefe´s Blog (1. Link Kommentar zu Schadensbegrenzung BSI, 2. Artikel zu Kommentar Innenminister), so will man sich doch lieber noch vor Ende Oktober einen alten Personalausweis holen. Danach gibt´s nämlich nur noch den neuen…

FACEBOOK

Schnell zusammengefasst, was in der letzten Woche für Facebookthemen kursierten:

FACE-O-PHONE

Es wird kein Facebook-Telefon geben, doch die Überlegungen dazu sind durchaus interessant und lesenswert. Mashable  - 123Interview mit Mark Zuckerberg bei Techcrunch. Allerdings haben die Mozilla Labds eine Designstudie zu einem eigenen Smartphone vorgestellt, die gut aussieht… mehr dazu bei Basic Thinking Blog.

FACE-A-GAME

Facebook will noch mehr Games anbieten und noch sozialer werden – sprich Farmville und Co sollen die Nichtspieler auch nicht nerven. Mehr dazu bei t3n und Mashable.

FACE-A-PLACE

Facebook Places kommt nach Deutschland – jetzt die Privatsphäreneinstellungen anpassen! Die genaue Beschreibung gibts bei t3n.

FACE-DOWN

Zeitweilig war Facebook am gestrigen Tag nicht erreichbar, laut Facebook selber der schlimmste Ausfall seit 4 Jahren. Seien wir mal ehrlich – man muss auch loslassen können und das Leben geht auch ohne das Soziale Netzwerk in Netz weiter… hoffentlich. ZDnet spottet: Facobook down, Produktivität in den Büros steigt wieder. (Oder so ähnlich…) Mehr zum Thema bei Mashable, t3n und Basic Thinking Blog.

FACE THE MONEY

Das Facebook so viel Wert ist…. uiuiuiui… wahrscheinlich haben die wenigsten eine Zahl mit so vielen Nullen gesehen…(Mashable) Und Mark Zuckerberg ist damit angeblich reicher als Steve Jobs, dabei haben beide Firmen ein Jahr lang miteinander geredet – Apple hat PING dann aber doch alleine gegründet.

YOUGOOGLE

Google will andauernd selber ein Soziales Netzwerk gründen, dabei haben sie doch schon eins – Artikel dazu auf Netzwertig.

SOCIAL MEDIA STORY

Und mal wieder ein Mem: Regieren kann lustig sein, Bürokratensprache sogar Lachanfälle auslösen… der Schweizer Abgeordnete Hans-Rudolf Merz amüsierte sich und seine Kollegen königlich. Bericht und Video bei Spiegel Online, Youtubevideo und passend dazu der Tickle Me Elmo aus der Sesamstraße.

DAS LETZTE

Passend zum Wochenende: Tequila Suicide aus Schweden – lieber nicht nachmachen!

UPDATE: Wo die guten Ideen herkommen – schöner kleiner Promo-Film zu einem gleichnamigen Buch von Steve Johnson.

Schönes Wochenende!

Freitags Links Abbiegen

KEIN KOMMENTAR

Stern.de hat seine Kommentarfunktion zu Artikeln abgeschaltet, da die Kommentare nun allesamt bei Facebook abgegeben werden sollen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, wie der Artikel zum Thema beim Basic Thinking Blog. Man kann aber auch direkt seine Leser Fragen und dann antworten lassen, so geschehen beim Tagesspiegel. Stern-Leser können das jetzt nur noch auf Facebook. Alles insgesamt lesenswert – vor allem die Kommentare…

ZEITUNGS – APPO

Mercury-News berichtet, dass Apple eine App für Zeitungsangebote plant, selbiges schreibt auch Spiegel Online. Wer letztendlich daran wirklich verdienen wird, ist kein Geheimniss…

ZUR QUELLE

TNW berichtet, dass Associated Press in einem Brief an seine Mitglieder angekündigt hat, Blogs und Blogger als Quellen zu zitieren.

TAGESSCHAU

Das Tagesschau-Archiv wurde kürzlich offline genommen, doch jetzt haben sich ein paar Freiwillige gefunden, die das Ganze erst gebackupt haben, um nun alles wieder zugänglich zu machen. Die Organisation heisst depub.org und erklärt Näheres auf ihrer Website. Leider fehlen in dem Archiv Bilder und Videos, aber man kann eben nicht alles haben. Netzpolitik hat nicht nur über das Archiv berichtet, sondern auch, dass der NDR mit allen Mitteln gegen das Archiv vorgehen will.

EDIT: Bei Spreeblick ist dazu heute auch ein Lesenswerter Beitrag erschienen. Am Wochenende bereits 2 Artikel bei Zeit-Online (Nummer 1 und Nummer 2), sehr schön – weil sich der Artikel beim Lesen selber “depubliziert” – bei 137b zeitweise (Schnell lesen hilft… ansonsten immer wieder Reload drücken…).

UPDATE: Der NDR will wohl doch nicht klagen, zumindest ließe sich eine entsprechende Pressemeldung so deuten. Mehr bei KoopTech

DISPORA

Die Alternative zum Social Network-Giganten Facebook hat neues von sich hören lassen. Mashable berichtet, Basic Thinking Blog und t3n.  Neunetz ist allerdings anderer Meinung als Netzpolitik, vor allem in puncto Datensicherheit.

TWITTER-RELAUNCH

Twitter erfindet sich neu: Die Sidebar integriert jetzt Videos und Fotos. News und Meinungen dazu bei MashableNetzwertigBasic Thinking Blogt3n

TWITTERZIN

t3n zeigt, wie man aus dem persönlichen twitterstream ein Magazin machen kann.

SOMMER-GETWITTER

Eine schöne Grafik der Twitter-Themen, die im Sommer durch das Netz kreisten.

145 TWILLIONEN

Twitter hat jetzt laut Mashable 145 Millionen registrierte Nutzer. Auch t3n berichtet zur Veröffentlichung der Statistiken, mit Grafik. Dazu passend die Twittercharts von Popkulturjunkie.

MEIN LIEBER BIEBER

Justin Bieber, ein Teenie-Star der kleine Mädchen kreischen lässt, beansprucht laut Mashable durch die unzähligen Tweets seiner Fans 3% von den gesamten Servern die twitter betreibt. Mengenmäßig ist das wahrscheinlich besser, als jede Single in den Top Ten – vielleicht in Zukunft das neue Ranking-System für Musiker…

LAUSCHER

Jetzt gibt es Facebook Trends, um  zu “lauschen“ was da so geposted wird.

AUGMENTED WAS?

Für jene, die noch nicht wissen, was Augmented Reality ist, bietet das Magazin Upload in diesem Artikel einen guten Überblick zu aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten.

SOCIAL MEDIA STORY

Da schnappt sich bei der angekündigten Koran-Verbrennung ein seltsam aussehender Freak den Koran vom bösen Pastor (oder Priester), sagt zu ihm “Dude, you have no Koran“ und schon ist es ein Viral mit Song, Fanpage und allem drum und dran. Mehr bei Mashable.

DAS LETZTE

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht, von seinen favorisierten Agenturen iPhone-Screenshots zu machen. Erschreckend wie viele da erst gar nicht zu sehen sind…

Schönes Wochenende!

Deutschland Nummer 3 im Social Media Land

Man höre und Staune: Der Netzökonom von der F.A.Z. berichtet, dass Deutschland auf Rang 3 der Social Media Weltrangliste geklettert ist. Also können sich so langsam alle potentiellen Social Media Berater bereit machen, es könnte Jobs regnen…

Björn Braune