Archive for the ‘Social Media’ Category

Wie gesund ist Ihre Website?

Testen Sie Ihre Website – Der Web Health Check

Ist unsere Website aktuell genug? Finden mich meine Kunden an den richtigen Stellen im Netz? Was ist Social Media und muss man da mitmachen? Wie funktioniert Suchmaschinenoptimierung? Sind wir im Netz gut aufgestellt und können wir uns verbessern?

Das Internet ist ein Ort des ständigen Wandels. Nahezu jeden Tag ändern sich Anforderungen und  Möglichkeiten. Was gestern modern war, ist heute Überholt und was gestern gut war, gilt heute nicht mehr. In diesem Fluss der Veränderung den Überblick zu behalten, fällt nicht leicht.

Für Firmen ist eine Internetpräsenz heutzutage eine Grundvoraussetzung für Erfolg. Doch über die Qualität eines Internetauftritts entscheiden weitaus mehr Faktoren, als nur ein gelungenes Layout. Die richtige Technik hinter der Website, die passenden Inhalte für die entsprechende Zielgruppe und die aktive Teilnahme am Web 2.0 tragen entscheidend zu höherer Aufmerksamkeit für die eigene Marke und Produkte bei.

Doch wie kann man den Ist-Zustand der Website und der Firmenaktivitäten überprüfen? An welcher Stelle gibt es Optimierungsbedarf und welche Bereiche sind gut aufgestellt? Um diese Fragen zielsicher und nachhaltig zu beantworten, haben wir den Web-Health-Check entwickelt.

Der Web-Health-Check prüft Ihre Website auf technischer und inhaltlicher Ebene. Programmierung, Struktur und Texte werden eingehend untersucht, um das Optimierungspotential für Suchmaschinen und die Inhalte Ihrer Seite aufzuzeigen.

Wir nehmen mit unserer Erfahrung die Benutzerführung und Kundenansprache in Augenschein, um aufzuzeigen an welcher Stelle Kundenbedürfnisse nicht optimal erfüllt werden oder Kunden verloren gehen. Auch betrachten wir Ihr Geschäftsfeld allgemein unter den Gesichtspunkten des E-Commerce, um alternative oder neue Wege aufzuzeigen.

Ihre Firmenaktivitäten und die Präsenz in den wichtigen sozialen Netzwerken werden von uns analysiert und ausgewertet. So kann aufgezeigt werden, wo und wie über Sie und Ihre Produkte im Netz geredet wird und an welchen Gesprächen Sie teilnehmen sollten.

Die Ergebnisse unserer Analysen werden bei Ihnen vor Ort präsentiert und gemeinsam können sofort Lösungsansätze erarbeitet werden. Nach dem Gespräch erhalten Sie zum Abschluss einen Ergebnisbericht mit Handlungsempfehlungen.

Im Anschluss erstellen wir ein Angebot mit Lösungswegen, die individuell auf Sie zugeschnitten sind. Diese können ganz nach Ihrem Bedarf und Schritt für Schritt umgesetzt werden. So haben Sie den Überblick über alle Aktivitäten und behalten immer die Kosten im Auge.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

Hier geht es direkt zum Web-Health-Check

 

Die Regeln der Onlinekommunikation

Wie Marken in Social Media erfolgreich kommunizieren

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

Erster Teil: Warum Menschen Fans bei Facebook werden

 

Online Kommunikation folgt anderen Regeln

Wie in der Offlinewelt, so brauchen Menschen auch Online Orientierungspunkte – um so mehr, da bei der digitalen Kommunikation wesentliche Bestandteile der analogen Kommunikation abwesend sind: Die Gesten des Gegenübers fehlen, der Gang, die Stimme, der Geruch, der Tonfall der Stimme – und vieles mehr, das für eine funktionierende Kommunikation anderweitig ergänzt werden muss.

Ein Modell für die Offlinewelt ist das so genannte Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun, bei dem die Kommunikation in 4 Ebenen unterteilt wird. Die Botschaft besteht hier aus der Sachinformation, der Selbstkundgabe, dem Beziehungshinweis und dem Appell.

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig. Die Äußerung hat dabei vier Ebenen auf der Seite des Senders und trifft auf die “vier Ohren” des Empfängers. Sowohl Sender als auch Empfänger sind für die Qualität der Kommunikation verantwortlich, wobei die unmissverständliche Kommunikation der Idealfall ist und nicht die Regel. (Quelle Schulz von Thun)

 

Botschaften entschlüsseln

In der Offlinewelt „lesen“ wir große Teile der Botschaften unseres Gegenübers durch die oben erwähnten Zusatzinformationen wie Gesten und anderes. Online müssen diese Dinge in der Kommunikation ergänzt werden – Beispiel hierfür sind Emoticons wie Smileys oder andere kleine Bildchen, aber vor allem bei Unklarheiten direktes Nachfragen und insgesamt das Senden von ausführlichen, klaren Botschaften.

Bezogen auf die Markenkommunikation im Sozialen Netz bedeutet das zweierlei: Die Marke muss sich in der Kommunikation wie eine Person verhalten, ansprechbar sein und mit einem Verhalten reagieren, dass zu ihr passt. Gleichzeitig sind die fehlenden Elemente in der Online-Kommunikation auszugleichen und mit dem passenden Äquivalent auszufüllen.

Update: Als Erfinder der Emoticons gilt der Informatikprofessor Scott E. Fahlman, der den Vorschlag 1982 in einem Buletin Board postete.

 

Einfühlungsvermögen

Die Liste der Möglichkeiten ist lang und es würde zu viel Raum einnehmen alles aufzuzählen. Als Faustregel lässt sich sagen, dass man sich immer wieder in die Lage des Users – in dem Fall Kunde oder Käufer – versetzen sollte. Das Überprüfen von Dingen, die einem selbst unmissverständlich erscheinen hat oberste Priorität – schnell sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Einfühlungsvermögen ist hier die wichtigste Eigenschaft! In der direkten Kommunikation auf der Pinnwand kann das bedeuten, dass man sich für Antworten im Zweifelsfall immer mit einem Kollegen abspricht. In der Entwicklung von besonderen und ausgefallenen Kampagnen sollten vor deren Start immer Test-User die Idee und deren Funktionalität beurteilen.

 

Geschichten erzählen

Ein wenig anders verhält es sich bei Kampagnen, die eine komplette Geschichte erzählen – so wie es Hornbach mit dem grenzenlosen Haus auf Facebook vorgemacht hat.

Website mit Kurzfilm: Das Grenzenlose Haus

Hier treten die Charaktere des Films als Personen auf und können als eben solche Kommunizieren – im Sinne der Marke natürlich. Das vereinfacht einiges, bietet spannende Möglichkeiten der Interaktion, ändert aber nichts an dem unbedingt notwendigen Einfühlungsvermögen – eher das Gegenteil ist der Fall.

 

Hier weiterlesen: Wie Marken erfolgreich auf Facebook kommunizieren

 

Björn Braune

Warum Menschen Fans bei Facebook werden

Markenkommunikation in sozialen Netzwerken

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

 

Facebook-Fans

Das erklärte Ziel von Marken-Facebookpages besteht darin, mehr Fans für die Seite zu gewinnen, da diese zur Verbreitung der Inhalte und damit zur Erhöhung der Bekanntheit, der Produktverkäufe und des Traffics auf der eigenen Website beitragen. Fans und die Interaktion mit ihnen sind damit Basis und Sinn jeder Facebook-Page.

Ihr Nutzen für die Marken besteht vor allem darin, dass die auf der Facebookpage geposteten Artikel im Newsstream jedes einzelnen Fans erscheinen. Empfehlungen, also Likes, und Kommentare sehen dann wieder deren Freunde und so weiter.

Das Zauberwort an dieser Stelle heisst Hyperdistribution, allerdings bezieht sich dieser Begriff hauptsächlich auf Seiten von Tageszeitungen – Inhalte so weit wie möglich reisen lassen – doch im Sozialen Web profitieren alle Marken vom „Reisen“ ihrer Inhalte.

Die wichtigsten Gründe Fan einer Seite zu werden:

1. Hochwertige Qualität der Inhalte (Unterhaltung, Information oder beides)

2. Benefit – Fans bekommen etwas umsonst für ihre Loyalität (Tickets, Punkte o.Ä.)

3. Mit der Marke interagieren und informiert bleiben

(Siehe hierzu den Artikel auf Mashable aus dem September 2010 – die Zahlen dürften nicht mehr ganz aktuell sein, die Tendenzen sind jedoch nach wie vor ähnlich – auch wenn es sich um eine amerikanische Studie handelt.)

 

Warum Menschen Fan werden

Ein anderer Grund Fan einer Marke zu werden, ist die Profilierung: Wie in der Realität, so definieren sich auch im Netz Menschen über Marken. Wer gerne Adidas-Sneaker trägt, kann das im Social Network natürlich nicht tun, aber durch das „Fan sein“ seinen Freunden zeigen, welcher Style bevorzugt getragen beziehungsweise gelebt wird. Man könnte sagen, dass auf Facebook die Markenpages auch eine Art virtueller Kleiderschrank sind.

Wobei sich das Ganze im Netz nicht nur auf Kleidung begrenzt, sondern alles einschließt, was dem Ausschmücken des Profils dient: Die Inszenierung des Ich im Netz braucht andere Hilfsmittel als in der analogen Welt, aber hat dafür alle Möglichkeiten der Vernetzung und des Teilens.

Ist zum Beispiel mein Lieblings-Make-up auch Online präsent und erlaubt mir im Netz die Verschönerung meines Profilfotos mit einem Onlinetool, so bekomme ich einen Mehrwert für meine Inszenierung und behalte die Marke auch Offline in guter Erinnerung.

 

Menschen begegnen

Ich zeige also mit meiner Fan-Zugehörigkeit und den geposteten Dingen, wie ich in der realen Welt bin, meine Likes und Dislikes machen mich als Mensch greifbar, die Konturen meines Profils werden geschärft. Außerdem können mich dann auch andere Menschen darüber einordnen: Haben wir Gemeinsamkeiten? Hören wir ähnliche Musik, mögen die gleichen Filme, lesen die gleichen News und gehen auf die selben Partys? Vielleicht haben wir uns etwas zu sagen, könnten Freunde werden, Meinungen, Musik oder noch mehr austauschen…

 

Hier weiterlesen: Die Regeln der Onlinekommunikation für Marken

 

Björn Braune

Ich sehe was, was du nicht siehst – Color

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

Es ist ein neues soziales Netzwerk auf dem Markt, besser gesagt – auf dem App-Markt. Es nennt sich Color und besteht im Wesentlichen darin, dass man die Fotos seines Smartphones mit anderen Usern teilt. Das geschieht aber nicht wie bei Facebook, also dass man nur für ausgewählte Personen seine Bilder freigibt (sofern man die Privatsphäreneinstellungen entsprechend gesetzt hat), sondern alle anderen User die sich in meiner Nähe befinden, können meinen Bilderstream sehen und ich den von ihnen. Details zu Hintergründen – vor allem die exorbitant hohe Investitionssumme der Firma Sequoia Capital - hat Martin Weigert bei Netzwertig beschrieben. (In diesem Artikel wird beschrieben, dass Color bei den Usern durchgefallen ist, aber ich denke, man muss noch ein wenig abwarten…)

In seinem neuen Artikel zu Color geht er auf die durchaus begründeten datenschutzrechtlichen Bedenken ein, die sich aus dieser Art des Foto-Sharings ergeben.

Mittlerweile fällt es mir auch leichter, Colors größtes Konfliktpotenzial in puncto Privatsphäre genau zu beschreiben: Angenommen, ich befinde mich auf einer Party und mache munter Schnappschüsse von angetrunkenen Menschen in unvorteilhaften Posen. Jeder andere Color-Anwender, dem ich zukünftig begegne, erhält rückwirkend Zugriff auf alle meine Fotos und Videos, sowie auf die von anderen Usern, die in der Vergangenheit mit mir gemeinsam ein Color-Album befüllt haben (sich also am gleichen Ort aufhielten). Während Color anders als Facebook keine Tags verwendet und keine Nachnamen anzeigt, gewährt es dennoch tiefe Einblicke in das Privatleben seiner Anwender. Nutzer selbst haben hierüber zwar die Kontrolle, jedoch nicht die Personen, die beiläufig auf Bildern erscheinen.

Ich muss Weigert recht geben, denn ich will ungern auf Fotos anderer User erscheinen – ganz egal in welchen vorteil- oder unvorteilhaftten Pose. Allerdings liegt es als Nutzer an einem selbst, welche Fotos man macht und ins Netz stellt. Ich verfolge derzeit eher das Prinzip: Ich sehe was, dass du nicht siehst, also lasse ich andere an meinen visuellen Fundstücken teilhaben. Ich versuche ganz und gar auf das Fotografieren von Menschen zu verzichten, sondern gebe eher einen Einblick in meinen Blickwinkel der Welt.

Da Color in Deutschland bisher kaum User hat, ist, wie Weigert richtig sagt, das Thema Privatsphäre derzeit zu vernachlässigen, doch das kann sich schnell ändern. In meinem Sinne und dem aller anderen Menschen die mich durch mein Leben begleiten, versuche ich einfach “verantwortungsvoll” zu fotografieren. Man kann auch viele Dinge ablichten, ohne das die Privatsphäre von anderen verletzt wird. Letzteres ist übrigens nicht alleine ein Problem von Color, sondern besteht spätestens, seit fast jedes Telefon eine Digitalkamera hat und damit Bilder ins Netz geladen werden können. Im Grunde genommen kann ich ständig und überall im Hintergrund von Fotos auftauchen. Vielleicht beschert das dann irgendwann jedem von uns die 15 Minuten Ruhm, die Andy Warhol uns versprochen hat.

Update: Was ich vergessen hatte – im Gespräch mit Kollegen über die re:publica und Color (Martin Weigert erwähnt das in seinem Artikel), haben wir festgestellt, dass man – wenn man so wie ich – keine Karten mehr bekommen hat – als Color-User beim Vorbeigehen zumindest in die Veranstaltung von Ferne reinschauen kann. Wenn die App da wirklich so viel ausprobiert wird, sollte ich eine hübsche Sammlung von Bildern zu sehen bekommen. Ich werde das mal ausprobieren und bei interessanten Ergebnissen dann hier darüber berichten. Geschichten über peinliche Fotos die ich zu sehen bekomme, lasse ich dabei natürlich aussen vor ;)

 

Schönes Wochenende!

Björn Braune

Die Facebookisierung des Netzes…

Ein Gastbeitrag von Björn Braune

Was wäre, wenn Facebook irgendwann das Netz allumfassend beherrscht, wenn das Netz irgendwann Facebook IST? Man sollte nie vergessen: Das schlimmste an Zensur ist •••••••••••••••!

 

Ich erinnere mich – vor ca. 1,5 Jahren gab es ein von Künstlern initiiertes Projekt namens Seppukkoo, dass es erlaubte virtuellen Selbstmord zu begehen mit all seinen Identitäten – allen voran Facebook. Mir gefiel das Ganze, ich fand die Idee lustig und wollte es auf meine Pinnwand posten, doch siehe da, es erschien sofort der Hinweis: Der Inhalt dieses Links wurde von einem User als anstössig gemeldet.

Nun ist es nicht verwunderlich, dass Websitebetreiber oder Betreiber einer Community unliebsame Konkurrenten aussperren wollen – das eigene Gebiet soll ja schön sauber gehalten werden. Aber nicht nur der Link, jedes Wort das auch nur im entferntesten mit dem Projekt in Verbindung gebracht werden könnte, stand auf dem Facebook-Index. Mir war es nicht möglich die Seite über Facebook direkt zu kommunizieren. (Übrigens, Seppukoo hat sich der Macht von Facebook beugen müssen – wie man auf der Website nachlesen kann…)

Niemanden schien das zu interessieren – meine Freunde nicht und diverse Blogs auch nicht, die ich anschrieb mit der Bitte darüber zu berichten. Heute dann las ich einen Artikel im Basic Thinking Blog, der sich genau damit beschäftigt. Angefangen darüber, dass Facebook unglaublich viele Neuerungen auf den Markt geworfen hat, kommt der Autor zu dem Schluss, den ich damals schon vor Augen hatte: Das Thema Zensur durch Facebook wird uns in der nächsten Zeit sehr beschäftigen. Denn wenn Facebook weiter so konsequent wächst, heisst das Internet bald nur noch “Facebook”. Allerdings könnte das Gesichtsbuch vom gleichen Schicksal ereilt werden wie AOL. Der ehemalige Gatekeeper spielt – zumindest in Deutschland – als solcher keine Rolle mehr.

Die Konsequenzen sind offensichtlich und finden auch Ausdruck in der Parodie, dass Facebook eigentlich ein Projekt der CIA ist. So lustig diese Idee erscheint, so beängstigend ist das Ganze gleichzeitig auch. Denn mit sehr einfachen technischen Mitteln kann Facebook nicht nur überwachen, was ich schreibe, sondern auch die Weitergabe von bestimmten Informationen unterbinden. Das Facebook seine Emailfunktionen ausbauen und alles auf sich zentralisieren will, macht das Ganze nicht weniger beängstigend.

Bevor ich aber in Verschwörungs-Szenarien abgleite, sei auch gesagt, dass Facebook sicher erstmal an Zensur kein Interesse hat, denn dann wären schnell die meisten User weg. Andererseits – man sollte sich dieser Zensurmöglichkeit immer bewusst sein und sich nicht – auch wenn es noch so praktisch ist – einzig und allein nur EINEM Anbieter vertrauen. Es gibt – auch wenn das derzeit oft nicht so aussieht – noch andere Möglichkeiten der Vernetzung. Wie sagt ein Freund von mir doch so schön: Obacht geben, länger leben!

UPDATE: Jetzt gibt es bei Facebook – vorerst nur in Amerika – für Gastronomen die Möglichkeit, im Vorfeld über Facebook eine Einlasskontrolle für die Gäste zu betreiben - und es gibt es kritische Stimmen, weil das Ganze bei Testläufen im Vorfeld für einige User sehr unerfreulich war.

In diesem Sinne – schönes Wochenende!

Björn Braune

Social Media Micro Payment

Gastbeitrag von Björn Braune

Vor kurzem habe ich auf Medienradio.org die Sendung MR032 über Flattr gehört, nach der bei mir eine Gedankenkette zu Online-Zahlungen, Micropayments und dem Facebook-Like-Button angestossen wurde. Um diese Gedanken zu teilen und nachvollziehbar zu machen, muss ich allerdings zuerst ein paar Dinge erklären.

Bei Interesse am Thema empfehle ich auch den Podcast MR032 von Medienradio.org, der zwar mit ca. zwei Stunden etwas länger, aber trotzdem sehr empfehlenswert ist. (Klick auf das Logo startet den Download als MP3)

Was ist Flattr

Ich will versuchen, erst einmal das Prinzip von Flattr so einfach wie möglich zu erklären, weiterführende Informationen findet man auch auf der Website von Flattr.

(Flattr-Logo)

Flattr ist ein Dienst, der es mir ermöglicht anderen Websites für Ihre Inhalte mit nur einem Klick auf einen Button Geld zukommen zu lassen. So wie ich bei Facebook mit dem Likebutton meine Wertschätzung anderen gegenüber ausdücken kann, erlaubt mir der Flatttr-Button einer entsprechenden Website meine Wertschätzung in Form von einem kleinen Geldbetrag zukommen zu lassen.

(Flattr-Button)

Voraussetzung ist, dass der Betreiber der Website und ich selber Mitglied bei Flattr sind.

Meine Mitgliedschaft besteht darin, dass ich vorher einen festgelegten Geldbetrag bei Flattr hinterlege, also ein Konto eröffne, dass nicht überzogen werden kann.

Die Mitgliedschaft des Websitebetreibers besteht darin, dass ebenfalls ein Konto eröffnet wird, bei dem die eingehenden Klicks über den Button (der selbstverständlich gut sichtbar auf der Seite implementiert werden muss) gezählt werden.

Im Verlauf eines Monats werden alle Klicks gezählt, die ich auf den entsprechenden Websites tätige. Am Monatsende wird der von mir vorher eingezahlte Betrag durch alle Klicks geteilt und nach Abzug einer Provision für Flattr an die entsprechenden Websitebetreiber zu gleichen Teilen weitergereicht.

Beispiel

Habe ich 5 Euro bei Flattr eingezahlt und bei fünf unterschiedlichen Websites auf den Flattr-Button geklickt, ist jeder Klick, nach Abzug der Provision, ungefähr 90 Cent wert (Die Höhe der Provision beträgt meiner Meinung nach 10%, genaueres ist aber sicher bei Flattr zu erfahren.). Habe ich auf mehr als fünf Seiten den Flattr-Button geklickt, werden meine 5 Euro dementsprechend geteilt und der Betrag für jede angeklickte Website wird geringer.

Die Vorteile

Ich kann Websitenbetreibern und Bloggern generell oder für einzelne Beiträge meine finanzielle Unterstützung zukommen lassen.

Ich muss mir keine Sorgen machen, dass der vorher von mir eingezahlte und festgelegte Betrag überschritten wird.

Ich behalte die volle Kontrolle, denn es handelt sich nicht um ein Abo-Modell oder andere vertragliche Verpflichtungen regelmäßig zu bezahlen.

Die Teilnahme an Flattr ist vollkommen freiwillig, die Beiträge und Inhalte auf den entsprechenden Websites bleiben trotzdem frei zugänglich.

Was bedeutet das

Flattr bietet also die Möglichkeit Blogger und Websitenbetreiber sehr einfach für ihr Engagement finanziell zu unterstützen. Das Erfreuliche daran ist, dass es von Nutzern wie Websitebetreibern gut angenommen wird und damit, bisher zwar nur relativ kleine, aber doch nicht zu verachtende Einkünfte erzielt werden.

Das beweist

Nutzer sind durchaus bereit für Inhalte Geld zu bezahlen. Je einfacher und transparenter der Bezahlmechanismus dabei gehalten ist, desto besser. Das es sich dabei um freiwillige Spenden handelt, ist sicherlich auch nicht zu unterschätzen. Die Kampf-Argumente von Verlagen und Musiklabels der “Gratiskultur“, “Inhaltediebstahl“ und andere, verlieren an Bedeutung, vielmehr muss man sich damit beschäftigen, für welche Inhalte und unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind zu bezahlen.

Generell nicht neu, aber die Folgen

Nun ist das Thema im Podcast bei Medienradio ausführlich besprochen worden und war auch schon vorher nicht mehr neu, aber die Folgen, die sich daraus vielleicht ergeben, könnten revolutionär sein. Denn wenn dieser Mechanismus sich durchsetzt, wird Facebook, das schon seit längerem seine Credits stärker als Zahlungsmittel etablieren will, das Prinzip wahrscheinlich übernehmen. In dieser Woche erschienen zum Thema Facebook Credits, PayPal und Micropayments einige Artikel, die zeigen, das hier Bewegung in den Markt kommt.

Exiting CommerceMashable IMashable IINetzwertig

Die Zukunft

Da die vorangegangenen Ausführungen für ein Grundverständnis des Themas notwendig waren, beginnt eigentlich erst an dieser Stelle meine Gedankenkette zu Social Media Micropayments.

Wenn man sich vorstellt, dass nach dem Prinzip von Flatter über den Facebook-Like-Button Micropayments möglich wären, ergeben sich daraus vollkommen neue Erlösmöglichkeiten. Nicht nur für Blogger, sondern für alle Anbieter von Inhalten im Netz. Ein gewisses Maß an Freiwilligkeit wird unabdingbar bleiben und auch Sicherheitstechnisch sind viele Fragen zu lösen, doch Grundsätzlich ließen sich auf diesem Wege Klicks direkt monetarisieren. Natürlich nur, wenn Nutzer den Wert eines Inhaltes auch als solchen anerkennen und die Transaktionsmöglichkeit denkbar einfach und transparent ist.

Die Tatsache, dass ich als Facebookmitglied durch Facebook Connect und andere Widgets auch direkt sehen kann, welcher Inhalt von meinen Freunden gemocht (“geliked“) wird, unterstützt den Mechanismus noch zusätzlich. Auch kann man davon ausgehen, dass, wenn Facebook eine Funktion dieser Art anbieten würde, bei einer Mitgliederzahl von über 500 Millionen der Einfluss auf das gesamte Web enorm wäre. Es könnte eine neue Währung, eine Webwährung daraus hervorgehen, die sich zu einem weltweiten Standard entwickelt.

Die mobile Zukunft

Im Zuge der rasanten Entwicklungen des mobilen Internets, wäre nun das folgende Szenario durchaus vorstellbar:

Ich höre gerne Musik, und zwar ganz unterschiedliche Interpreten. Da ich gerne einen ununterbrochenen Stream an Musik möchte, ohne Nachrichten oder andere Unterbrechungen, werde ich Mitglied bei einem Musikdienst (Last.fm oder Soundcloud), der mir diese Musik liefert. Bisher kostet mich das Ganze nichts, ich wäre aber durchaus bereit für Songs die mir gefallen nach dem Flattr- oder Like-Prinzip für einzelne Songs über einen Button den Betreibern und Musikern Geld zukommen zu lassen. Dabei brauche ich Musik nicht mehr auf meinem Rechner oder meinem mobilen Endgerät zu speichern, da ich – was auch immer ich wünsche – durch das mobile Netz immer Zugriff habe.

(Ein aktueller Beitrag zu Streaming findet sich auf Basic Thinking Blog)

Ähnliches gilt für alle anderen Daten, die sich “in der Cloud“, also im Netz befinden und nicht mehr auf meinem Rechner oder Endgerät gespeichert sein müssen. Als besonders gutes Beispiel bietet sich Youtube an, das mit ca. 2 Milliarden Aufrufen täglich den entsprechenden Traffic und  mit Inhalten durch Like-Klicks Geld generieren könnte. Denkbar ist das aber auch für alle anderen Inhalte, nicht zuletzt Zeitungen, Radiosender, Buchverlage oder andere Dienste, die ich als User, pro einzelner Transaktion und dem wirklichen Wert und Nutzen für mich, entlohnen könnte.

Transaktionsbasierte Zahlungen statt pauschal

Worum es mir hier eigentlich geht, ist das Modell von transaktionsbasierten Zahlungen. Verglichen mit der GEZ beispielsweise, bei der ich eine Pauschale bezahle und keinen Einfluss darauf habe, wo genau mein Geld landet, ist es mir auf die oben beschriebene Art möglich, mein Geld dorthin zu schicken, wo ich es als gut aufgehoben ansehe. Und nicht pauschal für ein Magazin, Radiosender oder eine Zeitung, sondern für DEN einen bestimmten Artikel, DAS eine Musikstück, DIESEN Radiobericht.

Mobile Micro Payments

Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, bietet sich hier ein Beispiel an:

Coca-Cola hat in diesem Jahr gemeinsam mit Facebook ein Projekt umgesetzt, dass sich Coca-Cola-Village nannte (Meines Wissens nach in Israel, bin mir aber nicht sicher). Hier konnten Jugendliche einen dreitägigen Sommer-Kurzurlaub verbringen, süße Brause schlürfen und an allen möglichen Aktivitäten teilnehmen. Das Besondere: Am Eingang der entsprechenden Aktivitäten stand ein Facebook-Like-Button, allerdings aus Pappe. Hinter diesem verbarg sich ein Lesegerät, dass einen RFID- Chip, den die Teilnehmer am Handgelenk trugen, auslesen konnte und direkt auf dem Profil der Teilnehmer die Like-Meldung gepostet hat (Hier das Video zu der Aktion).

Wenn man sich klar macht, dass wir mittlerweile nahezu alle über ein Mobiltelefon verfügen, dass Smartphones und mobiles Internet beständig wachsen und das die Bedeutung von Micropayments zunehmen wird, ist man ganz schnell bei dem Szenario, dass wir in Zukunft, vielleicht über Facebook-Like, Online und Offline Zahlungen auf einfachste Weise abwickeln könnten, dass transaktionsbasierte Zahlungen Alltag werden und das mobile Endgeräte unsere bisherigen Zahlungsmittel ersetzen.

Natürlich gibt es da eine Menge offener Fragen, nicht zuletzt, ob so etwas überhaupt von Usern angenommen werden würde oder auch wie alle Sicherheits- und Datenschutzrechtlichen Fragen gelöst werden. Tatsache ist aber, dass wir uns technisch gesehen auf einem Weg befinden, der Zahlungen dieser Art im Grunde schon jetzt ermöglicht.

UPDATE: Hier noch zwei Artikel, die zum Thema passen, Nummer 1 zu einem Startup, dass Bezahlen mit Smartphones möglich machen will, der andere Artikel ist ein kurzer Bericht von Techcrunch zu Flattr. Und noch ein Artikel zu Micropayments, diesmal in Bezug auf Paypal vom Netzökonom bei FAZ-Net.

Fazit

Es wird immer kostenlose Inhalte im Netz geben, doch die Bereitschaft von Menschen die Urheber dafür zu bezahlen, wird wachsen.

Wenn die Möglichkeit meine Wertschätzung auszudrücken – auch in Form von Geld – so simpel ist wie Flattr oder Facebook-Like, wird sich dieser Bereich enorm entwickeln. Man denke nur an die Gelder, die bereits jetzt mit Spenden umgesetzt werden – und diese sind auch immer einem bestimmten Zweck zugeordnet, wie auch die Buttons im Netz.

Wie genau und ob sich dieser “Tauschhandel“ über Like-Buttons langfristig etablieren wird, bleibt vorerst offen, doch sind spannende Fragen und Entwicklungen angestossen.

In der nahen Zukunft müssen sich vor allem große Medienunternehmen darüber Gedanken machen, wie sie Usern die Möglichkeit bieten können, freiwillig Inhalte zu bezahlen, anstatt Menschen in Prozessen unangemessen für Inhaltediebstahl zu bestrafen. Schließlich hat es diese Industrie selber versäumt, entsprechende Mechanismen anzubieten. Wenn die Gelder irgendwann direkt an jene fliessen, die Urheber der einzelnen Produkte sind, wird dieser Industrie langfristig sowieso die Grundlage entzogen, deswegen ist ein Umdenken dringend notwendig.

Wie es weitergeht bleibt nach wie vor spannend und sicher weist meine Gedankenkette einige Lücken und Schwachstellen auf, aber für Ergänzungen oder Gegenmeinungen bietet sich ja die Kommentarfunktion an. In diesem Sinne ein frohes Wochenende!

BB

Neue Facebook Features

Gestern hat Facebook in einer Pressekonferenz einige Neuerungen vorgestellt. Hier eine Kurzvorstellung mit den Links zu entsprechenden Beiträgen im Netz.

FACEBOOK DATEN

Als User kann man in Zukunft all seine Daten inklusive Fotos, Videos, Status Updates, Freundeslisten, Kommentare, Notizen, etc. herunter laden – die wohl wichtigste Neuerung und Öffnung von Facebook. Damit bekommt man als User einen Großteil der Kontrolle über die eigenen Daten in Form eine Zipdatei zurück. Denkbar ist damit auch - wie Marcel Weiss bei Neunetz beschreibt – eine leichtere Transfermöglichkeit der eigenen Daten von Plattform zu Plattform. Sein Fazit zu dieser Neuerung:

Insgesamt ist das ein sehr spannender Schritt von Facebook, der noch einmal unterstreicht, dass Mark Zuckerberg es wohl ernst meinte, als er in einem Interview vor längerer Zeit sagte, dass er Facebook zum offensten Social Network der Welt machen will. Mit allen verfügbaren APIs und nun der Download-Möglichkeit dürfte er das bereits erreicht haben. Auch die dezentralen Facebook-Alternativen bieten nicht mehr Offenheit an.

(Marcel Weiss, Neunetz.com)

Einen weiteren Artikel mit einem Video von Facebook gibt es bei Mashable.

FACEBOOK GROUPS

In der gestrigen Pressekonferenz wurde ebenfalls das neue Feature Groups vorgestellt. Diese Gruppenfunktion erlaubt es Usern Gruppen zu erstellen, die öffentlich, halböffentlich (mit Anmeldung) oder unsichtbar sind.

Das wird weitreichende Konsequenzen für andere für andere Firmen haben – so berichtet Martin Weigert bei Netzwertig über Webunternehmen, denen diese Neuerungen Kopfschmerzen bereiten wird.

Das damit ganz neue Möglichkeiten für soziales Netzwerken geschaffen wird, ist unbestritten, die andere Frage ist natürlich, wie und ob diese dann letztendlich auch genutzt werden. Das frag sich zumindest Peter Sennhauser auf Netzwertig.

Marcel Weiss von Neunetz hingegen fühl sich ein wenig an Google Wave erinnert und sieht in der Neuerung ein Killerfeature, da unter anderem, die Listenfunktion – die weiterhin erhalten bleibt – keine wirkliche Verwaltung von Gruppen zugelassen hat und der neue Dienst weitreichende Möglichkeiten eröffnet – zum Beispiel durch die Möglichkeit, Dokumente zu teilen. Sein Fazit:

Alles in allem haben die neuen Gruppen das Potential zum Killerfeature. Sie geben realen sozialen Gefügen die Möglichkeit, sich auf Facebook zu manifestieren. Die Kommunikationsmöglichkeiten auf Facebook sind damit enorm gestiegen.

Vor allem die Integration in den Open Graph und die APIs geben den neuen Facebook-Gruppen enormes Potential. Wir werden in nächster Zeit sicher einige interessante Ansätze von Drittanbietern sehen, die auf die Gruppendaten aufsetzen werden.

(Marcel  Weiss, Neunetz.com)

Ein weiterer Artikel findet sich bei Mashable mit einem Kurzinterview von Mark Zuckerberg.

Inside Facebook bietet einen umfassenden Artikel mit Screenshots darüber, wie sich Groups in andere Core Apps integriert.

Marek Hoffmann von Basic Thinking Blog berichtet ebenfalls über Groups mit Überlegungen, weshalb sich auch die Werbetreibenden freuen dürfen. Sein Fazit fällt nicht ganz so positiv aus:

Mit der neuen Gruppen-Funktion läutet Facebook für sich selbst ein neues Zeitalter ein, indem es seine “Seele verkauft”. Damit meine ich, dass der ursprüngliche Gedanke einer totalen und freien Vernetzung aller Mitglieder untereinander in Ansätzen verloren geht. Und dieses Konzept hat Facebook doch zunächst erst so interessant und dann so erfolgreich gemacht, oder nicht?

(Marek Hoffnamnn, Basic Thinking Blog)

Carsten Drees von Zweipunktnull hat das Ganze direkt selber ausprobiert und dokumentiert.

Eine Zusammenfassung beider Neuerungen samt Screenshots und Videos der Pressekonferenz findet sich bei t3n.

Insgesamt darf man gespannt sein, welche Reaktionen diese Neuerungen bei den Facebook-Usern auslösen und wie die neuen Möglichkeiten genutzt werden.

WeTab Desaster

Wieder einmal leistet sich ein Unternehmen im Netz einen groben Schnitzer – diesmal der Chef der WeTab GmbH, von dem man eigentlich annehmen sollte, dass er sich mit Social Media auskennt…

Der Geschäftsführer der WeTab GmbH, Helmut Hoffer von Ankershoffen, lässt sein Amt bis auf weiteres ruhen, da gefälschte positive Rezensionen zum noch nicht erschienenen WeTab bei Amazon unter seinem und dem Namen seiner Frau aufgetaucht sind.

Entdeckt und ausführlich beschrieben wurde es bereits am 2. Oktober im Gutjahr´s – Blog, ein weiterer Artikel mit der Stellungnahme des Geschäftsführers erschien am 4. Oktober. Medien wie Spiegel Online (Artikel 1 und 2) und Zeit Online haben das Thema aufgegriffen und das PR-Desaster damit perfekt gemacht.

UPDATE: Wie herkömmliche Medien mit Blogger-Enthüllungen dieser Art umgehen, lässt sich sehr schön auf medialdigital.de lesen. Dort hat Ulrike Langer das bei unterschiedlichen Medien dokumentiert und kommentiert. Sehr lesenswert!  (Via JakBlog)

Fake-Rezensionen bei Amazon sind nun nichts neues, ob Konkurrenzprodukte negativ bewertet werden oder das eigene Produkt über den grünen Klee gelobt wird – beides gängige, wenn auch nicht empfehlenswerte Praxis.

Besonders daran ist eher die Tatsache, dass jemand, von dem man eigentlich erwarten könnte Social Media und die damit verbundenen Fallstricke besser zu kennen, einen Fehler dieser Art begeht.

Erstaunlich ist auch, dass Hoffer von Ankershoffen laut seiner Stellungnahme die Rezensionen ohne interne Abstimmungen vorgenommen hat:

“Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen.(…)“ (Via Gutjahr´s Blog)

An diesem Verhalten wird deutlich, dass sich sogar in Firmen, die Webaffin zu sein scheinen und entsprechende Produkte produzieren, die Kenntnis über die Mechaniken Social Media in Grenzen halten. Eine schnell und unbedacht verfasste Rezension wird so zur Katastrophe für den Marktstart eines Produktes, dass sowieso schon in der Kritik stand.

Unternehmen, die weniger mit dem Netz und Social Media vertraut sind, fürchten genau diese Szenarien für sich und ihre Produkte. Dabei ist es doch relativ einfach – wenn es schon eine Kommunikationsabteilung in der Firma gibt, dann sollte diese auch die entsprechenden Maßnahmen – wie auch immer die geartet sind – vornehmen, und nicht der Geschäftsführer selber. Das schützt zwar noch nicht vor Fehlern, aber interne Strukturen und klare Verantwortlichkeiten bieten in so einem Fall eine gewisse Absicherung.

Noch besser wäre es, damit einen Menschen zu betrauen, der sich in der Welt von Social Media besser auskennt und auch die technische Seite beherrscht, denn Social Media sollte man “nicht so eben nebenbei” machen.

Der Verantwortliche für die Social Media Strategie würde sicher auch darauf hinweisen, dass gefälschte Rezensionen und Kommentare nicht der Weg sind, den man beschreiten sollte. Denn mit ähnlichen Aktionen ist das WeTab schon einmal aufgefallen, wie ein Kommentar zu dem Artikel in Gutjahr´s Blog zeigt:

Man könnte nun natürlich auch mutmaßen, dass das Teil einer PR-Strategie ist, getreu dem Motto: Lieber schlechte Presse als gar keine. Aber in diesem Fall wird das bereits beschädigte Ansehen eines Produktes noch weiter ruiniert und der Kaufanreiz in keiner Weise unterstützt.

Dieser Vorfall zeigt, dass es offensichtlich immer noch großen Nachholbedarf für den Bereich Social Media bei allen Firmen gibt. Eine sinnvolle Beratung und Betreuung ist allemal besser und letztendlich Kostengünstiger, als ungeplante Guerilla-Aktionen dieser Art.

Freitags Links Abbiegen

KEIN KOMMENTAR

Stern.de hat seine Kommentarfunktion zu Artikeln abgeschaltet, da die Kommentare nun allesamt bei Facebook abgegeben werden sollen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, wie der Artikel zum Thema beim Basic Thinking Blog. Man kann aber auch direkt seine Leser Fragen und dann antworten lassen, so geschehen beim Tagesspiegel. Stern-Leser können das jetzt nur noch auf Facebook. Alles insgesamt lesenswert – vor allem die Kommentare…

ZEITUNGS – APPO

Mercury-News berichtet, dass Apple eine App für Zeitungsangebote plant, selbiges schreibt auch Spiegel Online. Wer letztendlich daran wirklich verdienen wird, ist kein Geheimniss…

ZUR QUELLE

TNW berichtet, dass Associated Press in einem Brief an seine Mitglieder angekündigt hat, Blogs und Blogger als Quellen zu zitieren.

TAGESSCHAU

Das Tagesschau-Archiv wurde kürzlich offline genommen, doch jetzt haben sich ein paar Freiwillige gefunden, die das Ganze erst gebackupt haben, um nun alles wieder zugänglich zu machen. Die Organisation heisst depub.org und erklärt Näheres auf ihrer Website. Leider fehlen in dem Archiv Bilder und Videos, aber man kann eben nicht alles haben. Netzpolitik hat nicht nur über das Archiv berichtet, sondern auch, dass der NDR mit allen Mitteln gegen das Archiv vorgehen will.

EDIT: Bei Spreeblick ist dazu heute auch ein Lesenswerter Beitrag erschienen. Am Wochenende bereits 2 Artikel bei Zeit-Online (Nummer 1 und Nummer 2), sehr schön – weil sich der Artikel beim Lesen selber “depubliziert” – bei 137b zeitweise (Schnell lesen hilft… ansonsten immer wieder Reload drücken…).

UPDATE: Der NDR will wohl doch nicht klagen, zumindest ließe sich eine entsprechende Pressemeldung so deuten. Mehr bei KoopTech

DISPORA

Die Alternative zum Social Network-Giganten Facebook hat neues von sich hören lassen. Mashable berichtet, Basic Thinking Blog und t3n.  Neunetz ist allerdings anderer Meinung als Netzpolitik, vor allem in puncto Datensicherheit.

TWITTER-RELAUNCH

Twitter erfindet sich neu: Die Sidebar integriert jetzt Videos und Fotos. News und Meinungen dazu bei MashableNetzwertigBasic Thinking Blogt3n

TWITTERZIN

t3n zeigt, wie man aus dem persönlichen twitterstream ein Magazin machen kann.

SOMMER-GETWITTER

Eine schöne Grafik der Twitter-Themen, die im Sommer durch das Netz kreisten.

145 TWILLIONEN

Twitter hat jetzt laut Mashable 145 Millionen registrierte Nutzer. Auch t3n berichtet zur Veröffentlichung der Statistiken, mit Grafik. Dazu passend die Twittercharts von Popkulturjunkie.

MEIN LIEBER BIEBER

Justin Bieber, ein Teenie-Star der kleine Mädchen kreischen lässt, beansprucht laut Mashable durch die unzähligen Tweets seiner Fans 3% von den gesamten Servern die twitter betreibt. Mengenmäßig ist das wahrscheinlich besser, als jede Single in den Top Ten – vielleicht in Zukunft das neue Ranking-System für Musiker…

LAUSCHER

Jetzt gibt es Facebook Trends, um  zu “lauschen“ was da so geposted wird.

AUGMENTED WAS?

Für jene, die noch nicht wissen, was Augmented Reality ist, bietet das Magazin Upload in diesem Artikel einen guten Überblick zu aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten.

SOCIAL MEDIA STORY

Da schnappt sich bei der angekündigten Koran-Verbrennung ein seltsam aussehender Freak den Koran vom bösen Pastor (oder Priester), sagt zu ihm “Dude, you have no Koran“ und schon ist es ein Viral mit Song, Fanpage und allem drum und dran. Mehr bei Mashable.

DAS LETZTE

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht, von seinen favorisierten Agenturen iPhone-Screenshots zu machen. Erschreckend wie viele da erst gar nicht zu sehen sind…

Schönes Wochenende!

Deutschland Nummer 3 im Social Media Land

Man höre und Staune: Der Netzökonom von der F.A.Z. berichtet, dass Deutschland auf Rang 3 der Social Media Weltrangliste geklettert ist. Also können sich so langsam alle potentiellen Social Media Berater bereit machen, es könnte Jobs regnen…

Björn Braune